De Weinschenker
Ernaehrungspyramide
Wijn en gezondheid mei 2002 (Wein und Gesundheit)
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Inhaltsstoffe und Nährstoffgehalt
Phenole
Schlank mit Wein
Wie entstehen Diabetikerweine?
Die richtige Dosis
Kuren mit Wein
Geist und Nerven
Verdauung
Nieren
Herz
Blut und Kreislauf
Nierensteinprophylaxe

Inhaltsstoffe und Nährstoffgehalt  Der Gehalt von "Mikronährstoffen", also Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen macht Wein zu einem gesunden Genussmittel. Von den Vitaminen sind im Wein allerdings nur einige aus der Gruppe der B-Vitamine sowie Vitamin C in interessanter Menge enthalten. Bei den Mineralstoffen spielen für die tägliche Bedarfsdeckung insbesondere Kalium und Magnesium eine Rolle.
Wein besteht zu 80-85% aus Wasser und zu 15-20% aus unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Deren Zusammensetzung und Anteile hängen von den Traubensorten, vom Reifegrad der Trauben, dem Jahrgang, der Bodenart, der Düngung, den Klimafaktoren und der Art der Weinbereitung ab.
Gesundheitliche Relevanz haben neben dem Alkohol vor allem der Zuckergehalt, die Säure und die Aromastoffe. Schließlich spielen die Mikronährstoffe und Phenole eine besondere Rolle hinsichtlich der gesundheitlichen Bedeutung des Rebensaftes. Bei einigen lebenswichtigen Mineralien und Spurenelementen wie Kalium und Magnesium sowie für Eisen, Kupfer und Mangan kann Wein im beachtlichen Maß zur Abdeckung des Bedarfes beitragen. Mit einem 1/4 l Weißwein wird ca. 12% der wünschenswerten Tageszufuhr von Kalium, ca. 10% bzw. 20% für Mangan und Kupfer erreicht. Die gleiche Weißweinmenge liefert ca. 17% der täglichen Versorgung an Vitamin C und 7% des wichtigen Nervenvitamins B6.
Phenole  Die wichtigste Bedeutung der Phenole für die Gesundheit liegt in ihrer Wirkung als hocheffektive Antioxidantien. Sie verhindern schädigende Sauerstoffreaktionen, d.h. die Bildung sogenannter "freier Radikale" in den Körperzellen. Solche Radikalreaktionen werden für die Entstehung von Krebs- und Herzgefäßerkrankungen verantwortlich gemacht.
Der gesamte Alterungsprozess der biologischen Systeme bei Mensch, Tier und Pflanze wird auf sie zurückgeführt. Antioxidantien helfen, diese Prozesse zu verzögern. Die oft geäußerte Meinung, dass nur Rotwein "gesund" sei, entbehrt der wissenschaftlichen Grundlage.
Bei der Gewinnung des Weins werden die Phenole (organische Verbindungen, zu denen auch Gerb- und Farbstoffe gehören) aus der Beere herausgelöst. Wieviel, das hängt stark vom Reifegrad und von der Methode der Weinherstellung ab. Der Gehalt an Phenolverbindungen liegt in Rotweinen zwischen 500 und 4.000 mg/l. In Weißweinen schwankt der Wert zwischen 150 und 400 mg/l, wobei die Weißweinphenole als höher wirksam gelten. Die Phenolverbindungen machen während des Weinausbaus verschiedene chemische Reaktionen durch und beeinflussen damit das Aussehen, das Aroma, den Körper, die Struktur sowie die Nachhaltigkeit und nicht zuletzt den Geschmack des Weines.
Bisher sind bezüglich der gesundheitlichen Effekte die Phenolverbindungen "Quercetin", "Katechin", "Epicatechin" und "Resveratrol" am besten erforscht. Sie zeigen eine Reihe von pharmakologisch interessanten Wirkungen:
Senkung der Thromboseneigung, Anhebung des "guten" HDL- und Senkung des "bösen" LDL-Cholesterins, antioxidative Wirkung (Hemmung der LDL-Cholesterinoxidation), Gefäßentspannung und Gefäßerweiterung. Wein enthält mehr Phenole als Obst- und Gemüsesäfte in einem besonders reichhaltigen Spektrum. Der Alkohol im Wein fördert die Aufnahme dieser Phenole vom Darm ins Blut.
Schlank mit Wein  Obwohl Alkohol 7 kcal/g enthält, führt er nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zu Übergewicht. Diejenigen, die nie Alkohol trinken, sind durchschnittlich häufiger übergewichtig als diejenigen, die regelmäßig trinken.
Die physikalisch gemessenen Alkoholkalorien können nicht wie die übrigen Nahrungskalorien in die Energiebilanz einbezogen werden. Sehr hoher Alkoholkonsum bewirkt eine Stoffwechselumstellung, die dazu führt, dass Alkohol keine verwertbaren Kalorien liefert. Offenbar geht aber auch mäßige Alkoholzufuhr nicht gänzlich in die Energiebilanz des Körpers ein. Möglicherweise erhöht Alkohol die Energieumsatzrate so stark, dass der Körper die anderen Kalorien aus der Nahrung dadurch effektiver verbrennen kann.
Deutliches Übergewicht ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen. Aber "dick" ist nicht gleich "dick". Es kommt auch auf die Verteilung des Fetts an. Besonders für den Typ mit zentralem Fettansatz - schlanke Hüften und darüber ein dicker Bauch - (gelegentlich auch als "Apfeltyp" bzw. als "Bierbauch" bezeichnet), ist ein erhöhtes Risiko nachgewiesen worden.
Die wissenschaftliche Auswertung von Trinkgewohnheiten ergab, dass mit steigendem Konsum von Bier und Schnaps der Bauchumfang zu, dagegen mit steigendem Weinkonsum stetig abnimmt!
Wie entstehen Diabetikerweine?  Im Traubenmost liegen die beiden Zuckerarten Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) im Verhältnis 1:1 vor. Da die meisten Hefen bei Gärungsbeginn aber bevorzugt Glukose zu Alkohol vergären, verändert sich das Verhältnis im Laufe der "Weinentstehung" zugunsten der Fruktose. Und diese ist für den Diabetiker aufgrund Ihrer Insulinneutralität weitgehend ungefährlich. Die Kunst des Kellermeisters liegt darin, die Gärung zu zügeln und im richtigen Moment z.B. durch Kühlung zum Abschluss zu bringen.
Mit Hilfe der langsamen Gärung und des natürlichen Gärstillstandes entstehen äußerst elegante, bukettreiche Weine mit vielen Aromastoffen, die auch für Nicht-Diabetiker eine Besonderheit sind.
Diabetiker produzieren zu wenig oder kein Insulin. Dieses Hormon der Bauchspeicheldrüse senkt den Blutzuckerspiegel dadurch, dass es die Aufnahme des wichtigsten Zuckers, Glukose, in die Körperzellen aktiviert.
Bei fehlender oder mangelnder Aktivität des Insulins entwickeln sich gesundheitsschädliche, hohe Blutzuckerspiegel. Ernstzunehmende Folgeerkrankungen an Herz, Gefäßen und Nerven sind oft damit verbunden.
Der wichtigste diätetische Grundsatz für Diabetiker ist, so wenig Glukose wie möglich zu verzehren, um den Insulinhaushalt nicht übermäßig zu strapazieren. Das gilt natürlich auch für die Getränke.
Halbtrocken auch für Diabetiker? Früher waren dem Diabetiker lediglich trockene Weine bis zu einem Restzuckergehalt von 4 g/l erlaubt - und das war nicht jedermanns Geschmack. Seit September 1995 ist nun ein neuer Weintyp "für Diabetiker geeignet" in der Weinverordnung zugelassen. Als Maßstab gilt weniger der Gesamtzuckergehalt als der Glukoseanteil, also der Zucker, der dem Diabetiker in erster Linie schadet. Damit sind nun auch Weine bis zu 20 g/l Gesamtzucker als "für Diabetiker geeignet" zugelassen, wenn die Glukose unter 4 g/l liegt. Der Alkoholgehalt ist auf 12 vol% beschränkt, die gesamte schweflige Säure auf 150 mg/l.
So gibt es nun "halbtrockene" Diabetikerweine, die sogar lieblich schmecken. Denn die diabetiker-freundliche Fruktose, die den Hauptzuckeranteil ausmacht, hat eine deutlich höhere Süßkraft als die Glukose.
Die richtige Dosis Ein Paar bestellt gemeinsam eine Flasche deutschen Wein (0,75 l) zum Essen. Der Mann trinkt meist mehr als die Frau, so dass sich die natürliche, empfehlenswerte Verteilung der Anteile automatisch ergibt. Die sinnvolle Dosis beläuft sich auf 1 bis 2 Gläser für die Frau und 2 bis 3 Gläser für den Mann.
Übrigens: Diese Empfehlung ist nicht "hausgemacht". Englische und amerikanische Gesundheitsbehörden haben vergleichbare Richtlinien aufgestellt.
Doch Vorsicht: Viel hilft nicht auch viel. Wer durchschnittlich mehr trinkt, muss mit einem Anstieg von Gesundheitsrisiken rechnen.
Die Frage der Dosierung ist für die Thematik "Wein und Gesundheit" von zentraler Bedeutung. Unumstritten ist nur die Empfehlung eines mäßigen Weinkonsums, da auch der Weinalkohol ab einer gewissen Dosis gefährlich wird.
Ein Wein mit 12,5 vol% (Volumenprozent) enthält genau 100 g reinen Alkohol/Liter. Das lässt sich gedanklich gut umsetzen: eine 0,75 l Flasche liefert entsprechend 75 g und ein Glas mit 0,1 l Inhalt folglich 10 g.
Im allgemeinen ist der Alkoholgehalt im Wein aber etwas niedriger. Deutscher Wein z.B. liegt im Durchschnitt bei 10 vol%, also bei 80 g Alkohol/Liter. Ausländische Weine liegen im Schnitt bei ungefähr 11,5 vol%.
Internationale Expertengremien geben an, dass eine tägliche Aufnahme von bis zu 24 g für eine gesunde Frau und bis zu 32 g für einen gesunden Mann als vertretbare Dosis gelten kann. Bei dieser moderaten Menge sind keine gesundheitlichen Nachteile, sondern ausschließlich Vorteile für die meisten Erwachsenen (abgesehen von Gegenanzeigen bei bestimmten Krankheiten) zu erwarten, besonders mit steigendem Alter ab dem 40. Lebensjahr.
Eine Frau kann somit genau 0,3 l, ein Mann 0,4 l eines typischen deutschen Weins am Tag ohne Bedenken genießen. Empfehlenswert und durchaus sinnvoll ist, dieses Quantum nach getaner Arbeit zum Abendessen zu genießen. Neben dem Genusswert unterstützt Wein die Verdauung und fördert die Bekömmlichkeit des Essens.
Kuren mit Wein  Die bekannten Wirkungen von Wein wurden schon sehr früh durch Zusetzen von Pflanzen verstärkt. Die Inhaltsstoffe lösten sich im Wein, wurden stabilisiert, konserviert, im Geschmack verbessert und schneller resorbiert. Im griechischen Kos praktizierte Hippokrates (ca. 460-377 v.Chr.).
Er nutzte Weine ohne Arzneimittelzusätze zur Kräftigung von Rekonvaleszenten, als Beruhigungs- und Schlafmittel, bei Kopfschmerzen und Verstimmungszuständen, in sehr hoher Dosis als narkotisches Analgetikum bei Ichiasschmerzen, weiterhin bei Herz-Kreislauf-Störungen und sogar bei Augenkrankheiten, bei Völlegefühl sowie bakteriellen und toxisch bedingten Darmerkrankungen, als harntreibendes Mittel und als Antiseptikum in der Wundbehandlung.
Als Indikatoren für die Anwendung von Wein nennt Hero: Augenentzündungen, Ohnmacht, cholerische Zustände, Hunger und Vergiftungen (Wein als Antidot). Friedrich Hoffmann (1660-1742), berühmter Chemiker und Mediziner, erster Professor an der neugegründeten Universität Halle und Leibarzt des Preußenkönigs Friedrich I., stellte eine richtungsweisendes System der Arzneien nach Eigenschaften, ihrer Zusammensetzung und Wirkungsweise auf. Von seinen Medikamenten haben sich die Hoffmannstropfen (1 Teil Äther, 3 Teile Alkohol) bis heute gehalten.
Der von ihm chemisch analysierte "Sauer-Brunnen" setzte er für Trinkkuren und warme Heilbäder an. Da Hoffmann auch große Erfahrung mit Wein als Arznei hatte, erfand er in Anlehnung an die Brunnenkur die "Wein-Kur", bei der er allerdings die von ihm empfohlene mäßige Dosierung des Weines weit überschritt. Hoffmanns vielfältige Therapievorschläge sind nur noch als Anregung in der Praxis vorhanden; die gezielte, tägliche Verabreichung von Wein hat sich allerdings in dem Behandlungsplan der Schroth-Kur erhalten. Die Traubenkur, bereits im Altertum empfohlen, wurde in Meran wiederentdeckt, kam aber im letzten Jahrhundert auch in deutschen Bädern in Mode.
In den Kurorten wird heutzutage ausgehend von ärztlicher Betreuung über Behandlungen und Anwendungen bis hin zur Infrastruktur alles erdenklich Mögliche getan, um Nützliches mit Angenehmen zu verbinden, um einen maximalen Kureffekt zu erzielen. Hierzu gehört auch der Wein, der ergänzend therapeutisch eingesetzt werden sollte, sofern Alkohol aufgrund des Krankheitsbildes nicht verboten ist.
Geist und Nerven  Der Alkohol im Wein erhöht die Konzentration von Serotonin, einer Substanz im Zentralen Nervensystem, die Gedächtnis, Appetit, Impulsivität, Angst, Stimmung und das Lebensgefühl steuert. Wird wenig Serotonin gebildet, fällt die Stimmung merklich. Depressive Menschen weisen häufig einen niedrigen Serotoninspiegel im Gehirn auf. Viele moderne Physiopharmaka beeinflussen deshalb den Serotoninstoffwechsel.
Erfahrene Mediziner empfehlen ihren "gestressten" Patienten Wein. Das nationale Institut für Alkoholmissbrauch und Alkoholismus in den USA hat den wissenschaftlichen Kenntnisstand im Jahre 1992 zusammengefasst: "... eine niedrige Dosis Alkohol kann Stress abbauen, das Selbstwertgefühl und allgemeine Wohlbefinden fördern, Anspannung und Unsicherheit abbauen."
"Wein macht das Gehirn sinnig, schnell und erfinderisch, voll von lebenden, feurigen und ergötzlichen Gedanken" schrieb William Shakespeare. Die Hirnforschung kann das inzwischen belegen: Alkohol wirkt in geringen Dosen aktivierend auf das Nervensystem. Wein erweitert die Blutgefäße und regt damit die Hirndurchblutung an, womit wiederum die Sauerstoffversorgung der Hirnzellen verbessert wird.
Eine geringe Alkoholdosis kann das Kurzzeitgedächtnis sogar schärfen und die kognitive Leistungsfähigkeit unterstützen. Durch regelmäßiges, aber mäßiges Trinken von Wein kann dem altersbedingten Abbau der Gehirnleistung vorgebeugt werden. Zu hohe Alkoholzufuhr dagegen dämpft das Nervensystem. Mit steigender Dosis lässt die Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit merklich nach. Ab einer Blutalkoholkonzentration von 1,0 ‰ ist das Reaktions- und somit auch das Fahrvermögen für die meisten Menschen eingeschränkt. "Kein Alkohol am Steuer" heißt die vernünftige Parole.
Chronischer Alkoholmissbrauch kann zu psychischer Abhängigkeit und zu massiven Störungen des Nervensystems führen. In moderaten Mengen genossen, ist Wein dagegen Balsam für die Seele. Bereits nach einem Glas lösen sich Spannungen, das Wohlbefinden steigt, man wird gelassener. Zum Abendessen genossen, fördert es den Schlaf.
Verdauung  Schon bei den alten Griechen und Römern war es üblich, und ihre Nachfahren halten sich immer noch daran: Zum Essen trinkt man am besten Wein. Nicht nur, dass Wein den Genuss der Speisen hebt, er fördert auch deren Bekömmlichkeit.
Der Genuss eines säurebetonten Weißweines ergänzt die natürliche Magensekretion. Er bremst nicht die Magensäureproduktion, sondern fördert sie.
Durch den relativ niedrigen Alkoholgehalt des Weins wird die Magenschleimhaut und ihr Schutzmantel gegen die Säure nicht angegriffen. Gerade ältere Menschen, die häufig über zu wenig Magensäure klagen, berichten von der wohltuenden Wirkung des Weins.
Vor allem Weißwein kann Bakterien, die für Magen-Darm-Infektionen bzw. Durchfall verantwortlich sind, sehr effektiv abtöten. Selbst die Salzsäure des Magensafts zeigt nicht eine so stark desinfizierende Wirkung wie Wein. Wein enthält eine effektive Kombination an Wirksubstanzen: Säuren, Alkohol und bestimmte "bakterizide" Phenole.
Im Magen stimuliert Wein die Produktion von Magensaft und Magensäure. Zusätzlich wird damit die Bildung von eiweißspaltenden Enzymen im Magensaft angeregt. Die Durchblutung der Magenmuskeln wird verstärkt und damit eine stärkere Muskeltätigkeit gefördert. Die positive Folge ist eine verbesserte Durchmischung des Mageninhalts und eine schnellere Magenpassage.
Schließlich aktiviert Wein auch noch die Bildung eines Hormons, das seinerseits die Bauchspeicheldrüse und die Leber zur Produktion ihrer Verdauungssäfte im Dünndarm anregt.
Wein zum Essen genossen, kann nicht nur den Genuss steigern, sondern auch die Verdauung fördern sowie vor Magen-Darm-Infektionen schützen.
Nieren  Patienten mit Nierensteinen wird üblicherweise als vorbeugende Maßnahme empfohlen, viel zu trinken, um damit das Risiko der Steinbildung zu reduzieren. Was wurde dabei meist dem persönlichen Geschmack überlassen. Möglichst viel in kurzer Zeit war die gängige Devise. Sie muss nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Amerika relativiert werden. Man nimmt an, dass Alkohol ein bestimmtes Hormon (Antidiuretin) hemmt, was eine gesteigerte Harnbildung und damit eine verminderte Harnsäurekonzentration zur Folge hat.
Ursächlich bedingt, üben unterschiedliche Getränke unterschiedlich ausgeprägte Schutzeffekte aus. Warum Wein doppelt so gut abschneidet wie Bier konnte nicht geklärt werden.
Wissenschaftler der Harvard Universität in Boston untersuchten über 45.000 Männer im Alter von 40 bis 75 Jahre über einen Zeitraum von sechs Jahren. In diesem Beobachtungszeitraum traten 753 Fälle von Nierensteinen auf. In dieser Studie wurden neue Erkenntnisse zur Nierensteinprophylaxe gewonnen. Dazu wurde der Einfluss von 21 verschiedenen Getränken auf die Nierensteinbildung untersucht. Neben den Trink- wurden auch die Ernährungsgewohnheiten systematisch berücksichtigt und weitere Einflussfaktoren für Nierensteinbildung wie Alter, die Zufuhr von Calcium, Kalium und tierischem Protein, die Thiazid-Medikation, die geographische Herkunft und der Beruf in die Auswertung einbezogen.
Bei schrittweiser Aufnahme von jeweils 240 ml der unterschiedlichen Getränke verändert sich das Risiko der Nierensteinbildung kontinuierlich. Unabhängig von der Trinkmenge wird dies durch zwei Arten von Getränken erhöht; andere wiesen keinen messbaren Einfluss auf, einige verminderten das Risiko deutlich.
Mit Abstand am besten bewährte sich Wein als Nierensteinprophylaxe. Pro 240 ml Weinkonsum sank das Risiko um 39%, gefolgt vom Bier mit 21%, von Tee mit 14% und von koffeinfreiem wie auch von normalem Kaffee um jeweils 10%.
Milch, Wasser, Orangensaft sowie alle Cola- und Limonadengetränke zeigten keinen Einfluss. Als signifikante Risikogetränke erwiesen sich dagegen Apfelsaft mit einer Steigerung um 35% pro 240 ml Zufuhr und Grapefruitsaft mit einer Steigerung um 37%. Herz Gerade im höheren Lebensalter sollte man nicht auf das tägliche Glas Wein verzichten.
Nicht umsonst sagt ein italienisches Sprichwort: "Der Wein ist die Milch der Alten", und wer kennt nicht die Aussage "Es gibt mehr alte Winzer als alte Ärzte".
Volksweisheiten haben oft einen wahren Kern. In Bezug auf die Wirkungen des Weins wurden derartige Redensarten in jüngster Zeit wissenschaftlich bestätigt.
Anfang der 90er Jahre wurde erstmals von angesehenen Wissenschaftlern verkündet, dass mäßiger Konsum von Alkohol das Infarktrisiko senkt.
Die Beweise für diese Aussage mehrten sich in den letzten Jahren, so dass heute kein Wissenschaftler daran Zweifel hegt, der sich seriös mit dem Thema befasst.
Zur Auslösung eines Herzinfarktes müssen normalerweise zwei unterschiedliche Vorgänge zusammentreffen. Eine Gefäßverengung im Herzen und ein Blutgerinnsel, das darin hängen bleibt und den Blutfluss unterbricht. Der Herzmuskel wird dann in einem Bereich nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Ohne Sauerstoff kann er nicht arbeiten. Es kommt zum Infarkt.
Es gilt heute als gesichert, dass moderater Weinkonsum zu einem deutlich reduzierten Herzinfarktrisiko führt. Das haben zahlreiche wissenschaftliche Studien überzeugend belegt. Schon lange ist bekannt, dass in den Ländern mit dem höchsten Weinkonsum die niedrigsten Herzinfarktraten zu finden sind. Inzwischen konnte man diese Erkenntnis zusätzlich in vielen genau kontrollierten Langzeit-Beobachtungsstudien bestätigen.
Am beeindruckendsten zeigt dies eine Studie aus Dänemark: über einen Zeitraum von zwölf Jahren wurden mehr als 13.000 Frauen und Männer im Altersbereich von 30 bis 79 Jahren aus Kopenhagen hinsichtlich des Einflusses von Alkoholkonsum auf ihre Gesundheit untersucht. Das Ergebnis: Wer nie Wein trank, hatte ein doppelt erhöhtes Risiko, vorzeitig durch Herzinfarkt zu sterben, als diejenigen, die täglich Wein konsumierten. Bei einer Tagesdosis von ungefähr 0,4-0,6 l Wein war im Vergleich zu Weinabstinenz die Herzinfarktrate sogar um fast 60% geringer. Bier senkte das Risiko um 28%, Schnaps dagegen erhöhte es eindeutig. Danach scheint der Art des alkoholischen Getränks eine bedeutsame Rolle zuzukommen.
Wein wirkt direkt gegen einige entscheidende Risikofaktoren, die für die Entstehung von Herzinfarkt mitverantwortlich sind. Diese Faktoren nehmen normalerweise mit dem Alter in ihrer Häufigkeit und ihrer Ausprägung von Jahr zu Jahr zu. Je älter Menschen sind und je mehr Risikofaktoren für Herzinfarkt vorliegen, desto stärker wirkt sich die vorbeugende Wirkung des Weins aus.
Blut und Kreislauf  Vor allem der Alkohol und die Phenole wirken günstig auf Blut, Kreislauf und Herz. Beide Inhaltsstoffe ergänzen und verstärken sich in ihrer Wirkungsweise. Der Konsum von Wein senkt das Risiko für die Entwicklung einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung).
Durch Verbesserung der Gerinnungs- und Fließeigenschaften des Blutes vermindert Wein außerdem das Thromboserisiko. Dies erklärt u.a. die schützende Wirkung vor Herzinfarkt.
In den Mittelmeerländern findet man deutlich mehr klassische Risikofaktoren für Herzinfarkt (Rauchen, Cholesterinaufnahme) - und dennoch sterben Franzosen und Italiener viel seltener daran. Dieses Phänomen hat unter dem Stichwort "French Paradox" Eingang in die wissenschaftliche Literatur gefunden. Es kann davon ausgegangen werden, dass die reduzierte Herzinfarktsterblichkeit auch über den dort üblichen erhöhten Weinkonsum zu erklären ist.
Im Wein finden sich zwei Wirkstoffklassen, die sich günstig auf Blut und Kreislauf auswirken: der Alkohol und die verschiedenen Phenole. Alkohol verbessert z.B. Cholesterinwerte im Blut, indem er das HDL-Cholesterin anhebt und das LDL-Cholesterin senkt. Außerdem reduziert er die Thromboseneigung durch Hemmung der Verklumpung der Blutplättchen. Der Alkohol im Wein senkt die Konzentration an Fibrinolyse, die Auflösung einmal gebildeter Blutgerinnsel.
Weiterhin wirkt Alkohol gefäßentspannend - ebenfalls positiv für Herz und Kreislauf. Er fördert den Blutfluss im Herzen und vermindert bei mäßigem Genuss den Blutdruck. Schließlich hilft Alkohol, die Insulinkonzentration im Blut niedrig und bei Frauen die Östrogenkonzentration hoch zu halten. Auch das sind Aspekte, die mit einem niedrigen Herzinfarktrisiko in Verbindung gebracht werden. Zusätzlich wirken die Phenole im Wein: sie senken ebenfalls die Neigung zu Thrombosen. Sie heben ebenfalls das HDL- und senken das LDL-Cholesterin. Sie sind exzellente Hemmstoffe gegen eine LDL-Cholesterinoxidation und außerdem wirken sie gefäßerweiternd und gefäßentspannend, senken damit den Blutdruck und beugen Gefäßverkrampfungen unter Stress vor.
Doch bei übermäßigem Genuss droht auch Gefahr. Wer täglich mehr als 60 g Alkohol (ca. 0,6-0,7 l Wein) zu sich nimmt, der hat im Durchschnitt wiederum ein erhöhtes Herz-Kreislaufrisiko, höher als die Abstinenzler und natürlich höher als moderate Genießer.
Bei Missbrauch kann sich also die Wirkung umkehren. Eine zu hohe Alkoholzufuhr hemmt die Gerinnung des Blutes. Spontan auftretende Blutungen an einem geplatzten Äderchen im Gehirn kommen nicht zum Stillstand und damit steigt das Risiko für Hirnschlag.
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