De Weinschenker
Champagner beschrijvingen 2004 1ste

Champagnehuizen, Nederlandse beschrijving van diverse huizen
Unieke Belgische beschrijving van Champagne
Clos en Crus; Duitse beschrijving van diverse Champagnehuizen 2004
Prijslijst van Champagne bij De Weinschenker
Nog meer aanmerkingen over Champagnehuizen
Klipper Krug, de zeewaardige champagne-koeler van Krug
Galerie van Champagne doppen
Overzicht artikelen en beschrijvingen mousserende wijnen: Overzicht Champagneklets

Von wegen Champagner ist Champagner:
Die Champagne ist vielfältig wie kaum ein anderes Anbaugebiet.
Das Spezialistentum blüht.

Champagne Besserat de Bellefon
Champagne Frank en Olivier Bonville
Champagne Robert Fleury
Champagne Gosset
Champagne Ay Grand Cru
Champagne Henri Goutorbe
Champagne Charles Heidsieck
Champagne Cuvée 728
Champagne Jacquesson
Champagne Clos des Goisses
Champagne Pierre Larmandier
Champagne Cuvée Alexandre
Champagne Cuvée Perlé Noir
Champagne Loriot-Pagel
Champagne Charles Philipponnat
Champagne Roederer
Champagne Selosse
Champagne Cuvée Substance
Champagne Cuvée Contraste
Champagne Cuvée des Moines
Champagne Les Belles Voyes

Trefwoorden:    aromatisieren    biodynamische Elemente    Champagnerverständnis    Groupe Marne & Champagne    Holzeinsatz    Ikone der Champagnerwinzer    Jean-Pierre Mareigner    Kältestabilisation    Philosoph    Soleraverfahren    Terroirausdruck    Toasting

Das Rezept ist bekannt: Grundweine dreier Rebsorten aus zahlreichen verschiedenen Lagen und meist auch mehreren Jahrgängen werden assembliert.
In der Regel wurde ihnen vorher durch die Milchsäuregärung noch die Säurespitze genommen, um das Endprodukt harmonischer zu machen. Durch Zugabe von Zucker und Hefe entsteht daraus in traditioneller Flaschengärung Champagner, der nach unterschiedlich langer Reifezeit auf der Hefe degorgiert, dosiert und verkauft wird.
Das hört sich relativ standardisiert an, wobei - und das sehen die wenigsten - es eine große Kunst ist, durch geschickten Verschnitt von bis zu hundert verschiedenen Weinen Jahr für Jahr einen ähnlich schmeckenden Champagner in die Flasche zu zaubern.
Fast alle großen Marken werden nach diesem Strickmuster erzeugt. Ergänzt wird das Sortiment in der Regel durch Rosé, Jahrgangschampagner, Blanc de Blancs und eine wie auch immer geartete Prestigecuvée.
Klingt in der Tat nach Schema F, ist aber fraglos ein Grund für den anhaltenden Erfolg des Champagners. "Champagner ist eben Champagner", so denkt ein Großteil der Verbraucher und meint es nicht einmal negativ: Das Produkt ist beim Einkauf im Supermarkt oder als Aperitif im Restaurant berechenbar und zuverlässig.
Was jedoch der breiten Masse unter den Konsumenten die gewünschte Sicherheit gibt, langweilt den Weinliebhaber, der sich in der Weinwelt auskennt und nimmermüde auf der Suche nach Spezialitäten, ungewöhnlichen Rebsorten und Terroirs Zeitschriften sowie diverse Weinbücher durchstöbert und im Urlaub durch die Weinbaugebiete tingelt.
Für die Champagne interessiert sich diese Gruppe von Connaisseuren in der Regel nur am Rande. Ein schwerer Fehler, denn bei genauerem Hinsehen ist gerade die Champagne voll von Spezialisten und Individualisten. Einige Beispiele gefällig?
Jean Paul Gandon
Unter den großen Marken tanzt zuallererst Lanson aus der Reihe. Keine andere Champagnermarke, die wie Lanson millionenfach hergestellt wird, verzichtet auf die malolaktische Gärung, mit Hilfe derer die spitze Apfelsäure in die weiche Milchsäure umgewandelt wird.
Bei Lanson ist das eine Frage des Stils und Kellermeister Jean-Paul Gandon versteht es bestens, dennoch einen harmonischen Gesamteindruck zu erzielen. Der Vorteil seines Stils ist die Frische, hinzukommt der typische Geschmack nach Zitrusfrüchten und Äpfeln, der Lanson von allen anderen Marken unterscheidet.
'Malo' oder nicht "Malo", Unter den kleineren Champagnerhäusern und Winzern gibt es eine ganze Reihe weiterer Betriebe, die ebenfalls systematisch die Milchsäuregärung unterbinden. Insbesondere in Verbindung mit dem Ausbau im Holzfass ist diese Variante häufig anzutreffen.

Bestes Beispiel dafür ist Gosset, wo Kellermeister Jean-Pierre Mareigner über die Jahre ein fein austariertes System entwikkelt hat. Alle Grundweine werden individuell ausgebaut, mal im Holzfass, mal im Stahltank, je nach Jahrgangscharakteristik, Rebsorte und Lage, die malolaktische Gärung ist hingegen in jedem Fall tabu.

Ähnlich flexibel und vorsichtig dosiert Charles Philipponnat bei seinem Aushängeschild Clos des Goisses den Holzeinsatz. 'Die malolaktische Gärung kommt für diesen Champagner nicht in Frage, da wir aufgrund der höheren Reife
Charles Philipponnat
ohnehin schon einen etwas geringeren Säurewert haben'. Der Einsatz von Holzfässern wird in der Champagne noch immer kontrovers diskutiert.
Die Schar der Befürworter ist in den letzten Jahren rasant gewachsen.
In den Kellereien der großen Champagnerhäuser und Genossenschaften blinken und blitzen zwar weiterhin hunderte Stahlfässer in allen möglichen Größen, vom 1OOO-Liter-Behälter für Reserveweine älterer Jahrgänge bis zu den gigantischen Tanks für die Assemblage - ein beeindruckender Anblick.
Daran soll und wird sich auch nichts ändern.

Auf der anderen Seite breiten sich Holzfässer speziell unter den Winzern, aber auch unter den Top-Adressen der kleineren Handelshäuser immer stärker aus.
Dabei gilt es genau zu differenzieren, wofür die Holzfässer eingesetzt werden. Krug, Bollinger oder Alfred Gratien vinifizieren alle ihre Weine in kleinen, aber gebrauchten Holzfässern van 225 bis 440 Liter.
Ihr Ansatz ist ähnlich: Sie streben keinen Barriqueton an, sondern setzen die Halzfässer ein, um dem Wein Sauerstoff zuzuführen, um auf diesem Wege die Stabilität und Komplexität xu erhöhen.

Konsequent mit großen Holzfässern arbeitet Jean-Hervé Chiquet van Jacquesson,
Jean-Hervé Chiquet
'60% unserer Weine vergären wir in Fudern. Wir bauen die Weine auf der Hefe aus und rühren regclmäßig auf Wir wollen den Anteil weiter erhöhen, weil wir so einfach das beste Gleichgewicht in den Weinen erreichen'. erklärt Jean-Hervé Chiquet.
Anders als viele seiner Kollegen, die ebenfalls mit Holzfässern arbeiten, führt er die malolaktische Gärung durch. 'Viele sprechen in der Champagne von der Säure. Doch der springende Punkt ist die Reife der Trauben. Dann gibt es auch mit niedrigeren Säurewerten sehr guten Champagner', erklärt Chiquet.

Nach drei Monaten auf der Hefe sind die Weine so stabil, dass man bei Jacquesson auf Kältestabilisation und Filtration verzichten kann. Das verleiht den Champagner zusätzliche Komplexiteit.
Die Philosophie der Chiquets ist sehr "weinorientiert". Daher haben sich die Brüder zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen.
Seit letztem Jahr wird die Cuvée durchnummeriert. Derzeit ist die Cuvée 728 im Handel, 729 wird bald folgen. 'Wir wollen unseren Kunden erklären, das Jacquesson Wein erzeugt, keinen Sprudel. Um einen optimalen Brut ohne Jahrgang zu erzeugen, müssen wir in Kauf nehmen, dass es Jahrgangsschwankungen gibt', erläutert Chiquet den mutigen Schritt.
Muur van Jacquesson
Hinter den Mauern von Jacquesson verbirgt sich das derzeit progressivste Champagnerhaus. Hier warten sensationelle Champagner auf ihre Premiere.

In die gleiche Richtung zielt das "Mis en cave" Konzept von Charles Heidsieck. Bis letztes Jahr wurde auf der Vorderseite der Flasche angegeben, wann der Champagner mitsamt Hefe zur Flaschengärung in den Keller gelegt wurde. Seit diesem Jahr, mit dem "Mis en Cave 2000", ist diese Information auf die Rückseite gewandert und ins Rückenetikett integriert worden. Offenbar gab es auch nach sechs Jahren immer noch Verwechslungen mit einem Jahrgangschampagner.
Markeren Champagnevat Krug
Zurück zum Holzfass. Während also beispielsweise Krug seine Grundweine im Holzfass vinifiziert und anschließend die Reserveweine im Stahltank lagert, macht es Roederer genau umgekehrt.
Vaten van Roederer
Vergoren wird im Stahltank, anschließend reift ein Teil der besten Grundweine eines Jahrgangs für mindestens zwei Jahre in großen, 6000 Liter fassenden Holzfässern.
Diese zwei bis vier Jahre alten Weine werden als Reserveweine eingesetzt und geben dem Champagner von Roederer seinen typischen, etwas runderen, nussigen, dennoch ausgesprochen frischen Geschmack.
Das kleine Champagnerhaus Besserat de Bellefon, das wie Lanson zur Groupe Marne & Champagne gehört, hat ebenfalls eine besondere Stilnote enrwickelt. Diese kleine Marke besitzt insbesondere in der gehobenen französischen Gastronomie einen guten Ruf. Das liegt nicht zuletzt an der Cuvée des Moines.
Champagne Besserat de Bellefon
das wie Lanson zur Groupe Marne & Champagne gehört, hat ebenfalls eine besondere Stilnote enrwickelt. Diese kleine Marke besitzt insbesondere in der gehobenen französischen Gastronomie einen guten Ruf. Das liegt nicht zuletzt an der Cuvée des Moines.
Diese spezielle Linie, bestehend aus einem Brut, einem Blanc de Blancs und einem Rosé, besitzt etwa ein Bar weniger Druck als "normale" Champagner.
Dadurch sollen die Champagner noch besser bei Tisch eingesetzt werden können.
Diese Reihe stilistischer Besonderheiten der größeren und kleineren Champagnerhäuser ließe sich noch vertiefen und fortführen. Die wahre Fundgrube für Spezialisten und Individualisten sind jedoch die Champagnerwinzer: Einsatz von Holzfässern, Bio- beziehungsweise biodynamischer Weinbau sowie Lagen- und Rebsorten-Champagner.
Letzteres ergibt sich quasi von allein. Je nachdem, wo der Winzer zu Hause ist, wird er fast zwangsläufig überwiegend auf Pinot Noir, Pinot Meunier oder Chardonnay spezialisiert sein.

Frank Bonville in Avize ist so ein Beispiel. Er besitzt 15 ha Weinberge, die sich auf die drei Grands Crus Avize, Crafiant und Oger verteilen.
Abgesehen vom Brut Rosé, für den er einen Rotwein aus Verzenay einkauft, erzeugt er ausschließlich Blancs de Blancs. Da bedarf es schon eines Quäntchens Kreativität, um ein abwechslungsreiches Sortiment anbieten zu können. Olivier Bonville, dessen Großmutter übrigens aus Deutschland stammt, hat das hervoragend gelöst.
Neben dem Brut Sélection, sozusagen der "Standard- Blanc-de-Blancs" des Hauses, und erwähntem Rosé bietet er Brut Prestige, Brut Millésime und den ausgezeichneten, im Barrique ausgebauten Les Belles Voyes an.
Außerdem hat er eine Reihe älterer Jahrgänge im Programm. 'Der Vorteil des Chardonnays von der Cóte des Blancs liegt darin, dass er ausgezeichnet reift', betont Bonville. Sein Blanc de Blancs 1969 bestätigt dies auf höchst eindruckvolle Weise: Kräftige Nuss und Kaffeenoten im Duft, gepaart mit Orangenschalen und Honig. vor allem aber seine kühle, weinige Art und lebendige Säure machen den Champagner zum Hochgenuss. 'Der Wein wurde damals noch in großen Holzfässern ausgebaut. Diese Champagner reifen einfach besser. Doch man braucht viel Platz für die Fässer', bedauert Bonville.
Tussen Festigny-Leuvrigny
Ländlicher Charme: Die Gegend zwischen Festigny und Leuvrigny

Das sei auch der Grund, warum er seine Cuvée Les Belles Voyes im Barrique ausbaut. Er und seine Kollegen in den Grand-Cru-Gemeinden an der Cóte des Blancs profitieren derzeit von zwei Trends, wie Bonville erklärt: "Viele große Champagnerhäuser kommunizieren seit einigen Jahren viel stärker das Thema Grand und Premier Cru, das hilft natürlich auch uns. Außerdem liegen Blancs de Blancs heute voll im Trend, das war vor 15 Jahren noch ganz anders. "
Da hat es ein Winzer in Festigny schon deutlich schwerer, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Erstens verirrt sich ein Tourrist auf Einkaufstour nur selten in dieses südliche Seitental des Marnetals. Das ist schade, denn dieser Talkessel mit seinen hübschen Dörfern und ländlichem Charme zählt zu den reizvollsten Ecken der Champagne. Der zweite Grund: Hier dominiert der Pinot Meunier, nicht gerade die Trendsorte der Champagne, mit einem Anteil von 80 % unangefochten den Sortenspiegel.

Aus der Not eine Tugend gemacht hat Joseph Loriot von Champagne Loriot-Pagel.
Joseph Loriot
Seine Pinot Meunier Reben sind durchschnittlich 27, die älteste Parzelle fast 80 Jahre alt. Außerdem achtet er darauf, dass die Erträge nicht zu hoch steigen. Auf diese Weise erntet er Pinot Meunier mit viel Frucht und Kraft. Etwas mehr als 6 seiner 8,5 ha sind mit dieser Sorte bepflanzt.
Hinzu kommen ein Hektar Pinot Noir in Le Breuil und 1,25 ha Chardonnay in Cramant und Avize. Dementsprechend setzt sich Loriots Brut Carte d'Or zusammen: 78% Pinot Meunier, 12% Chardonnay und 10% Pinot Noir. Das Ergebnis ist ein äußerst fruchtiger, saftiger und runder Champagner, ideal für Einsteiger.
Er bietet auch einen Blanc de Blancs von der Cóte des Blancs an. Auf die Bezeichnung Grand Cru verzichtet er bewusst. "Ich will unsere Lage in Festigny nicht abwerten", erklärt Loriot fast etwas trotzig. "Wir baben hier ideale Voraussetzungen für Pinot Meunier, der ist natürlich nicht so fein wie ein Chardonnay, aber fruchtig und sympatisch."
Um den Charakter des Pinot Meunier aus Festigny zu zeigen, möchte er in einigen Jahren einen reinen Pinot Meunier auf den Markt bringen. Dann wäre die Champagne wieder um eine Attraktion reicher.
Was der Pinot Meunier für Loriot ist der Pinot Noir für die Goutorbes in Ay. Drei Generationen arbeiten gemeinsam im Familienunternebmen, zu dem neben dem Weingut Champagne Henri Goutorbe auch eine Pressstelle, eine Rebschule und seit neuestem sogar ein Hotel gehören.
Insgesamt 22 ha Weinberge bewirtschaftet die Familie, davon sind 70% mit Pinot Noir bepflanzt. Nicht alle befinden sich in Ay, ein Teil befindet sich ganz im Süden, in Sézanne und an der Aube. Am ausdrucksvollsten sind die Jahrgangschampagner, die ausschließlich von Trauben aus Ay hergestellt werden.
Der Ay Grand Cru 1997 besteht zu 95% aus Pinot Noir und überzeugt mit seinem feinen Duft nach roten Früchten und seiner Ausgewogenbeit am Gaumen. Ganze 15 € kostet die Flasche ab Hof, ein durchaus üblicher Preis für einen Winzerchampagner, selbst in den bekannten Grand-Cru-Gemeinden.
Einige Gemeinden sind weniger eindeutig auf eine Rebsorte festgelegt. So sind die Weinberge in Ambonnay zu 70% mit Pinot Meunier und zu 30% mit Chardonnay bedeckt, während im benachbarten Bouzy fast ausschließlich Pinot Noir angebaut wird.
Für Winzer in Ambonnay eine interessante Konstellation. Sie können sich auf ein Terroir konzentrieren, dabei aber mit zwei Rebsorten arbeiten und auch noch mit dem Wörtchen Grand Cru werben.

Champagne A. Soutiran - Peletier ist in Ambonnay zu Hause.
Valerie Renaux van Champagnehuis Soutiran
Abgesehen von der Cuvée Alexandre, dem "Einstiegschampagner" des Hauses, bietet die Familie Soutiran nur Grand-Cru-Champagner an. Darunter ein Brut aus 60% Pinot Noir und 40% Chardonnay, ein Blanc de Blancs, in dem allerdings 10 bis 20% Trauben von der Cóte des Blancs enthalten sind, sowie die Cuvée Perlé Noir aus 100% Pinot Noir. So lässt sich sehr schön der Charakter dieser beiden Rebsorten in Ambonnay nachvollziehen. Als klarer Punktsieger geht in diesem Fall der Blanc de Noirs bervor.

Um das Terroir noch deutlicher zum Ausdruck zu bringen, ist ein vitaler Boden neben möglichst schonender Vinifikation entscheidend. Darum geht es den Verfechtern des biodynamiscben Anbaus in der Champagne. Robert Fleury heißt der Vorreiter dieser Bewegung. Er stellte bereits 1992 seine 13 ha Weinberge vollständig auf biodynamischen Weinbau um und er fährt gut damit.
Seine Champagner bestätigen auch in den Verkostungen der WEINWIRTSCHAFT Jahr für Jahr ihre ausgezeichnete Qualität. Allerdings zeichnet diese weniger ein besonderes Terroir, als vielmehr ihre intensive Frucht und ihre große Harmonie aus. Denn an der Aube fehlt die charakreristische Kreide, die Böden sind schwerer, bringen dafür jedoch besonders cremige und fruchtrige Pinot Noirs hervor.

Ganz anders sieht es bei Pierre Larmandier aus. Er sitzt in Venus, im Süden der Cóte des Blancs. Seine Weinberge verteilen sich auf die Orte Vertus, wo er neben Chardonnay auch etwas Pinot Noir anbaut, sowie die Grands Crus Cramant, Chouilly, Oger und Avize. Bei ihm wird Terroir groß geschrieben.
Dazu trägt die Biodynamie ebenso bei, wie die Arbeit im Keller. Wahlweise verwendet er Stahltanks, große Holzfässer oder Barriques. Vergoren werden die Weine seit der Ernte 1999 ausschließlich mit "natürlichen", anstatt mit den üblichen Reinzuchthefen. Eine echte Seltenheit in der Champagne, wobei jede Parzelle separat ausgebaut wird und bis Frühjahr auf der Hefe liegt.
Anschließend reifen die Champagner drei bis acht Jahre, ehe sie mit einer sehr geringen Dosage in Verkauf gelangen. Larmandier tut alles, um so wenig wie möglich vom Terroir abzulenken. Seine Champagner sind von einer fast einzigartigen Geradlinigkeit. Ein Fall für Puristen.
Philosoph Anselme Selosse
Wem das alles immer noch nicht "speziell" genug erscheint, wer kompromisslosen Terroirausdruck, Holzeinsatz, biodynamische Elemente und ungewöhnliche Ausbauweisen auf einmal sucht, ist bei Anselme Selosse an der richtigen Adresse. Selosse ist fraglos die Ikone der Champagnerwinzer.
Der Mann und seine Champagner sind in ieder Hinsicht außergewöhnlich.
'Um sich der Natur anzupassen, darf man sie nicht verändern, sondern man muss sich integrieren.'
Selosse ist ein Philosoph.
E
s ist eigentlich unmöglich,
sein Champagnerverständnis in wenigen Sätzen zu beschreiben. Zuhören und probieren ist das beste Rezept. 'Ich versuche möglichst vieles nicht zu tun: Nicht chaptalisieren, nicht abziehen, nicht filtrieren und so weiter.'
Auch im Weinberg versucht er, so wenig wie möglich Einfluss zu nehmen, wobei er viele biodynamische Elemente vertritt, ohne sich die Biodynamie direkt auf die Fahne zu schreiben. Um möglichst wenig Einfluss zu nehmen, lässt er auch das Holz seiner Barriquefässer blenden. 'Ich weiß nicht, welches Holz, welches Toasting, welcher Tonnelier das oder der beste ist, also mische ich soviel wie möglich.'
Gleiches gilt nebenbei bemerkt auch für die Hefen. 'Mir geht es beim Holz nicht darum, den Wein zu aromatisieren, er soll atmen. Das Holz dominiert nur dann den Wein, wenn der Wein zu mager ist.'
Nicht einmal 50.000 Flaschen produziert er im Schnitt auf seinen 7 ha Rebfläche, davon 3,7 ha in Avize. Im Frostjahr 2003 kam er mit Hilfe seiner Reserveweine gerade einmal auf 23.000 Flaschen. 'Damit meine Weine schmecken, muss man sie entweder rechtzeitig öffnen, sie dekantieren oder sie müssen mindestens ein Jahr degorgiert sein', empfehlt Selosse.
Sieben Champagner bilden sein Sortiment, darunter mit 'Contraste' und 'Substance' zwei, die vollkommen aus dem Rahmen fallen. Sie werden ähnlich dem Soleraverfahren reifen lassen: Fass für Fass wird zur Hälfte geleert und mit dem nächst jüngeren Wein aufgefüllt. Aktuell besteht die Cuvée Substance aus Weinen der Jahrgänge 1986 bis 1995.
Contraste, ein reiner Pinot Noir aus Ay, setzt sich aus den Jahrgängen 1994 bis 1998 zusammen.
Das Ergebnis sind unvergleichlich kraftvolle, fast fette, aber dennoch geradlinige Champagner, die am Gaumen nur eines zeigen: Terroir. S.S.
Champagner vaten kelder van Krug
Proost   Zum Wohle   Prosit   Salute   Cherio   Sante
Flessenpost naar De Weinschenker
™De Weinschenker2004